Kurz gesagt: Eine Zustandsnote (A, B, C) beschreibt nur die Optik, und jeder Händler definiert sie anders. Vereinbaren Sie vor dem Einkauf schriftliche Definitionen und prüfen Sie jedes Gerät auf IMEI-Sperren, Aktivierungs- und Netzsperren, Akkuzustand und Funktion. Und kalkulieren Sie vorsichtig: Die Differenzbesteuerung nach § 25a UStG setzt eine Lieferung im Gemeinschaftsgebiet voraus und greift bei selbst importierten Geräten aus Drittländern in der Regel nicht.
Nach den Ersatzteilen sind Gebrauchtgeräte der größte Einkaufsposten eines Handyladens. Gut gemacht, bringen sie Kunden, die nie ein neues Flaggschiff kaufen würden, und sie verkaufen sich zusammen mit Hüllen, Panzerglas und Reparaturen. Schlecht gemacht, frisst eine Charge gesperrter Geräte die Marge von Monaten.
Woher Gebrauchtgeräte im Großhandel kommen
Hongkong ist der Knotenpunkt des weltweiten Handels mit Gebrauchtgeräten. Inzahlungnahmen und Retouren aus den USA, Europa und Asien werden dort in großen Mengen gehandelt, sortiert und aufbereitet wird zu einem großen Teil jenseits der Grenze in Shenzhen. Bis ein „Grade A“-Gerät über einen europäischen Großhändler in Ihrem Laden ankommt, ist es meist durch zwei oder drei Hände gegangen, und jede Stufe verdient mit.
Näher an der Quelle einzukaufen spart diese Margen. Es bedeutet aber auch, dass niemand sonst die Geräte für Sie prüft. Die folgenden Prüfungen werden zu Ihrer Aufgabe oder zur Aufgabe Ihres Agenten.
Was die Zustandsnoten A, B und C bedeuten
Noten beschreiben die Optik, nicht die Funktion. Ein Prüfdienstleister der Branche bringt es auf den Punkt: Die Note sagt nichts über den Akkuzustand, nichts darüber, ob das Gerät entsperrt ist, und nicht einmal, ob es gestohlen ist. Dazu kommt: Die Definitionen unterscheiden sich. Manche Händler koppeln jede Note an einen Mindest-Akkuzustand, andere erwähnen den Akku gar nicht.
Kaufen Sie deshalb nicht nach fremden Noten. Schreiben Sie eigene Definitionen und kaufen Sie danach:
- Optik: Welche Gebrauchsspuren an Display, Rahmen und Rückseite erlaubt sind, und aus welchem Abstand betrachtet.
- Akkuzustand: Der Mindestwert je Note.
- Teile: Ob getauschte Displays oder Akkus akzeptiert werden und wie sie angegeben werden müssen.
Was jedes Gerät durchlaufen sollte
- IMEI-Sperrliste. Jede IMEI gegen Sperrlisten prüfen und jedes Gerät aussortieren, das als verloren, gestohlen oder unbezahlt gemeldet ist.
- Aktivierungssperre. Ein Gerät, das noch an das Apple- oder Google-Konto des Vorbesitzers gebunden ist, ist praktisch wertlos. Aussortieren.
- Netzsperre. Netzentsperrte Ware kaufen, sofern Sie keinen besonderen Grund haben.
- Akkuzustand. Auslesen und je Gerät gegen Ihren Mindestwert dokumentieren.
- Vollständiger Funktionstest. Display und Touch, Kameras, Lautsprecher, Mikrofone, Laden, WLAN, Bluetooth, Face ID bzw. Fingerabdruck, Tasten.
- Teilehistorie. Aktuelle iPhones zeigen in den Einstellungen eine Teile- und Servicehistorie. Erfassen Sie, was jedes Gerät anzeigt, damit Ihre Kunden nicht überrascht werden.
Lassen Sie sich die Ergebnisse als Bericht pro Gerät geben: IMEI, Note, Akkuzustand und Prüfergebnis. Das ist Ihre Bestandsliste, Ihr Gewährleistungsnachweis und Ihr Herkunftsnachweis.
Die Umsatzsteuer-Falle beim Import
Viele Händler verkaufen Gebrauchtgeräte mit Differenzbesteuerung nach § 25a UStG und versteuern nur die Marge statt des vollen Verkaufspreises. Das Gesetz setzt dafür aber voraus, dass die Ware im Gemeinschaftsgebiet an den Wiederverkäufer geliefert wurde. Bei Smartphones, die Sie selbst aus einem Drittland wie China oder Hongkong importieren, greift die Differenzbesteuerung daher in der Regel nicht. Die Ausnahme für selbst eingeführte Ware betrifft Kunstgegenstände, Sammlungsstücke und Antiquitäten, keine Smartphones.
Beim Import fällt Einfuhrumsatzsteuer auf den vollen Wert an, die Sie als vorsteuerabzugsberechtigtes Unternehmen geltend machen können. Der Weiterverkauf unterliegt dann der Regelbesteuerung. Für Österreich gilt § 24 UStG. Klären Sie Ihre Kalkulation mit Ihrer Steuerberatung, bevor Sie Preise festlegen.
Abfallrecht: warum Prüfprotokolle zählen
Ungeprüfte Gebrauchtelektronik kann als Abfall statt als Ware eingestuft werden, und für Abfallverbringung gelten strenge Regeln. Ein Prüfprotokoll pro Gerät belegt, dass die Geräte funktionieren und Ihre Sendung Handelsware ist.
Wie Ériu Sourcing Gebrauchtgeräte einkauft
Wir kaufen sortierte Ware über den Handel in Shenzhen und Hongkong nach Ihren schriftlichen Zustandsdefinitionen, prüfen jedes Gerät vor dem Verpacken (IMEI, Sperren, Akkuzustand, Funktion, Teilehistorie), sortieren aus, was nicht besteht, und versenden mit Prüfbericht pro Gerät, FOB China oder geliefert nach Deutschland und Österreich. Mehr auf unserer Seite Refurbished Smartphones im Großhandel.